Sich an Träume erinnern – Hacks für die Traumerinnerung

Sich an Träume erinnern – Hacks für die Traumerinnerung

Dich an deine Träume zu erinnern kannst du lernen und trainieren. Die Traumerinnerung ist eine wichtige Grundlage für das luzide Träumen. Deshalb lernst du in diesem Artikel, wie du richtig startest und das Beste aus deiner Klartraumpraxis rausholst. Spar dir viel Zeit und Mühe und eigne dir jetzt die erste Grundlage an: die Fähigkeit sich detailliert an Träume zu erinnern.

Traumerinnerung

Erinnerst du dich überhaupt an deine Träume? Gar nicht oder ein sehr kurzer Handlungsstrang? Das muss besser werden! Tatsächlich träumen wir jede Nacht. Die klarsten und lebhaftesten Träume finden in der REM-Phase statt, deshalb erinnern wir uns an manche Träume besser als an andere. Mit etwas Übung wirst du dich wieder an alle deine Träume erinnern können und das so gut wie jede Nacht. Wenn du dich nicht an deine Träume erinnern kannst, bedeutet das nicht, dass du keine hattest. Wissenschaftler gehen davon aus, dass wir jede Nacht träumen.

Je älter, desto schlechter das Traumgedächtnis

Die Fähigkeit, sich an Träume zu erinnern, nimmt mit zunehmenden Alter ab. Das Traumgedächtnis ist wie ein Muskel – es muss trainiert werden. Vor allem mit steigendem Alter ist es wichtig, das Traumgedächtnis zu trainieren, damit du auch noch im hohen Alter luzides Träumen praktizieren kannst.

Frauen erinnern sich meist besser an Träume

Frauen können sich etwas besser an ihre Träume erinnern als Männer. Dies fand der deutsche Schlaf- und Traumforscher Prof. Michael Schredl in einer seiner Studien heraus. Frauen stehen dem Thema Träumen typischerweise etwas affiner gegenüber als Männer. Allein dadurch, dass Frauen eher dazu tendieren, sich mit Träumen zu beschäftigen, verbessert ihr Traumgedächtnis im Schnitt. Ein anderer Grund für das bessere Erinnerungsvermögen ist, dass Frauen Nachts öfter aufwachen. Menschen, die öfter Unterbrechungen im Schlaf haben, können sich besser an ihre Träume erinnern. Das liegt daran, dass durch das kurze Erwachen Träume besser im Langzeitgedächtnis abgespeichert werden. Zudem finden die Schlafunterbrechungen oft direkt in einer REM-Phase (Rapid-Eye-Movement-Phase) statt. Dann kommt es uns oft so vor, als würden wir gerade aus einem Traum herausgerissen. Die Erinnerung ist noch relativ gut vorhanden im Moment des Erwachens. Männer schlafen eher durch oder wachen seltener auf und haben deshalb weniger Gelegenheit, die Traumerinnerung langfristig abzuspeichern.

Visuelles Vorstellungsvermögen und Traumerinnerung

Falls du ein gutes visuelles Vorstellungsvermögen hast, sollte es dir leichter fallen, dich an deine Träume zu erinnern. Die Forschungsarbeit von Dr. Merrill Hiscock und Prof. David B. Cohen unterstützt die Hypothese, dass Menschen mit ausgeprägten visuellen Vorstellungsvermögen über ein besseres Traumgedächtnis verfügen. Die Ergebnisse der Forschung zeigten auch, dass die Fähigkeit zu Visualisieren zu der Qualität der Traumerfahrung beiträgt und daraus folgend die Abruffähigkeit erhöht.

Traumerinnerung ist trainierbar

Hey, wenn du ein alter Mann bist ohne jegliches Vorstellungsvermögen, lass dich jetzt nicht entmutigen. Diese Studienergebnisse gelten nur für ungeübte Träumer. Wenn du eine junge Frau bist mit gutem visuellen Vorstellungsvermögen – vielleicht Grafikdesignerin oder Architektin von Beruf – dann wird dir die Traumerinnerung sehr leicht fallen. Traumerinnerung ist eine wichtige Grundlage für luzides Träumen und zum Glück sehr einfach erlernbar bzw. trainierbar. Verbessere dein Traumgedächtnis, indem du folgende Schritte beachtest:

1. Fokussiere dich auf deine Träume sofort nach dem Aufwachen

Die meisten Menschen wachen auf und fokussieren sich als erstes auf das Abstellen des Weckers. Dann denken sie ans Aufstehen oder, dass sie gerne noch Schlafen würden oder überlegen, was heute noch so ansteht. Das „Monkeymind“ legt gleich richtig los und beschäftigt unser Gehirn mit allen möglichen Gedanken. Allein durch diese Gedanken kann es sehr schwierig werden, sich die Träume der vergangenen Nacht ins Gedächtnis zu rufen. Menschen, die nicht die gezielte Intention haben, sich an ihre Träume zu erinnern, werden sich auch nur selten daran erinnern. Die Vermutung, dass wir nicht jede Nacht träumen ist aber schlichtweg ein Irrglaube.

Fokus ist der Schlüssel. Entscheide dich dafür, dich ab jetzt an deine Träume zu erinnern! Du brauchst eine neue Gewohnheit. Immer, wenn du aufwachst – sei es nach einem Nickerchen am Mittag oder mitten in der Nacht oder morgens, wenn der Wecker klingelt – hast du nur einen Gedanken: Was habe ich gerade geträumt? 

Du wirst es sicher einige Male vergessen, dass du dich an deine Träume erinnern wolltest, aber nach ein paar Tagen hast du’s drin. Achte darauf, dass du nicht gleich ans Aufstehen und Frühstück und an die Arbeit denkst. Nimm dir die ersten Paar Minuten des Tages bewusst Zeit für deine Träume. Lass deine Augen zu, wenn du aufwachst und überlege sofort, was du geträumt hast.

Nutze Affirmationen

Aber die Intention für die Traumerinnerung nur morgens zu setzen ist ineffektiv. Wichtig ist, dass du dir schon beim Einschlafen vornimmst, dich an deine Träume zu erinnern. Wenn du also ins Bett gehst solltest du darüber nachdenken, dass du deine Träume achtsamer erleben willst und dich an alles erinnern wirst. Sag diesen Satz mehrere Male laut: Ich erinnere mich an meine Träume. Allein durch die Affirmation wirst du dich viel besser an deine Träume erinnern und du suggerierst deinem Unterbewusstsein, dass dir deine Träume wichtig sind. Du fängst an dich mit deinen Träumen auseinanderzusetzen. Die Weichen für spontan auftretende luzide Träume sind damit schon gestellt.


2. Führe ein Traumtagebuch

Um die Traumerinnerung wirklich zu meistern, und das ist extrem wichtig für das luzide Träumen, solltest du auf jeden Fall ein Traumtagebuch führen.

Etwas aufzuschreiben führt dazu, dass wir das aufsteigende retikuläre Aktivierungssystem (ARAS) stimulieren. Das ARAS filtert und priorisiert Information, sodass der Verstand fokussiert und wachsam ist. Die Konzentration steigt, wir rufen die Traumerinnerung ab und speichern sie durch das Aufschreiben ins Langzeitgedächtnis.

Dies ist die effektivste Methode das Traumgedächtnis zu trainieren.

Besorge ein richtiges Tagebuch – der alte College-Block tut’s nicht

Wenn du dir ein schönes Buch kaufst, das du gerne anschaust und in dem du gerne blätterst, wird dir das Tagebuch schreiben leichter fallen. Zudem hast du ja extra dafür Geld ausgegeben, also wirst du es auch benutzen. Es muss kein teures Tagebuch sein. Besorg dir einfach eins, das dir gefällt und idealerweise auch einen Kalender integriert hat.

Halte das Traumtagebuch immer neben dem Bett bereit

Vorbereitung ist alles 😉 Schlag dein Traumtagebuch auf einer leeren Seite auf und lege es direkt neben dein Bett. Sehr praktisch ist auch ein Kugelschreiber mit integrierter Taschenlampe. So kannst du sofort schreiben, wenn du aufwachst und musst nicht einmal das Licht anmachen.

So schreibst du richtig in dein Traumtagebuch

Schreibe zuerst alle Bruchstücke auf, an die du dich erinnern kannst. Schreib so schnell wie möglich alle Stichpunkte auf, bevor sie wieder weg sind. Dann nimm dir Zeit und denke nochmal über jede einzelne Erinnerung nach. Dir werden mehr und mehr Details einfallen. Formuliere die Sätze in der Gegenwart aus. Dies wird dir dabei helfen dich gedanklich in den Traum zu versetzen und die Erinnerungen abzurufen. Schönschrift, Rechtschreibung und Grammatik dürfen natürlich vollkommen außer Acht gelassen werden. Es geht hier um extrem schnelles, intuitives Schreiben.

Um den Eintrag ein wenig zu strukturieren, füge einen Titel hinzu und markiere jeden luziden Traum mit einem großen L. Falls keine Daten im Tagebuch vorhanden sind, solltest du auf jeden Fall ein Datum dazu schreiben.

Füge Skizzen deiner Träume hinzu

Du brauchst kein künstlerisches Talent. Versuch einfach das, was du im Traum gesehen hast zu skizzieren. Diese Übung hilft dir, dich an jedes Detail zu erinnern und lässt dich wiederum detailreichere Träume erleben. Halte Traumcharaktere, Traumlandschaften und Gegenstände fest. Der Anblick einer Zeichnung kann später schlagartig lebendige Erinnerungen wiederherstellen.

Traumtagebuch analysieren

Nach ein paar Wochen solltest du schon einige Einträge in das Traumtagebuch gesammelt haben. Jetzt heißt es auswerten und Erkenntnisse gewinnen. An dieser Stelle geht es mir nicht um Traumdeutung. Warum versuchen Träume zu deuten, wenn wir im luziden Traum unser Unterbewusstsein direkt nach der Bedeutung fragen können? Es geht darum wiederkehrende Muster zu entdecken und diese fürs luzide Träumen zu verwenden.

Tauchen immer wieder die gleichen Traumcharaktere auf? Gibt es irgendeine Handlung, die sich wiederholt? Gelangst du immer wieder an die selben Traumorte? Es lohnt sich, sich über diese Muster bewusst zu werden. Die Chancen, luzid zu werden, wenn wieder so ein Muster auftaucht, steigen. Nutze also dein Traumtagebuch auch, um dir über solche Traumzeichen bewusst zu werden. Das Ziel ist es, dass du dich im Traum daran erinnerst und die Traumrealität hinterfragst und somit luzid wirst.

3. Wache während der REM-Phase auf

Ok, das ist wirklich nur für die Harten. Und nur die Harten kommen in den Garten. Also, wenn du dein Traumgedächtnis wirklich boosten willst kannst du noch dieses Ass aus dem Ärmel schütteln. Stell dir einen Wecker, die dich möglichst in der REM-Phase aufweckt.

Die Traumforschung hat gezeigt, dass die REM-Phase (Rapid-Eye-Movement-Phase) ca. 20% des Schlafs einnimmt und, dass die Traumerinnerung sehr gut ist, wenn der Schlafende in dieser Phase geweckt wird. Wie wir in diesem Artikel über die Schlafphasen gelernt haben, treten die REM-Phasen vermehrt gegen Ende der Nacht auf. Mit einem Alarm ca. 6-7 Stunden nach dem Schlafen gehen, versuchen wir einen Zeitpunkt in der REM-Phase zu erwischen. Wenn du in dieser Schlafphase aufwachst, wirst du dich mit hoher Wahrscheinlichkeit an deine Träume erinnern.

Einer Studie von Prof. Michael Schredl zu folge, verbessert sich die Traumerinnerung sehr stark, wenn der Schlafende in der REM-Phase geweckt wird. Zwischen 80 und 90% der Versuche brachten Traumreports hervor. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass du dich durch diese Methode an deine Träume erinnern kannst, selbst wenn du dich sonst so gut wie nie an deine Träume erinnerst. Probier es also aus und stell dir einen Wecker für ca. 6 Stunden nach dem Einschlafen. Wenn es nichts bringt, versuche es mit 7 Stunden. Die richtige Zeit musst du für dich herausfinden. Wende natürlich auch die oben genannten Tipps an.

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